Uneinheitliche Entwicklung der Rohstoffpreise

Uneinheitliche Entwicklung der Rohstoffpreise

Im Juni fällt der HWWI-Rohstoffpreisindex erneut

  • HWWI-Gesamtindex fällt um 9,1 % (US-Dollarbasis)
  • Rohöl verbilligt sich um 10,6 %
  • Index der NE-Metalle sinkt um 1,6 %

Hamburg, 17. Juli 2019. Der HWWI-Rohstoffpreisindex fiel im Juni im Durchschnitt um 9,1 % (in Euro: -10,0 %) gegenüber dem Vormonat. Damit erreicht der Gesamtindex einen Punktestand von 109,5 Punkten (in Euro: 107,6 Punkten). Während im Mai die Preise aller im Index vertretenen Rohstoffgruppen sanken, fielen im Juni allen voran vor allem die Preise der fossilen Energierohstoffe. Der Index für Energierohstoffe sank um 10,9 % (in Euro: -11,7 %), wobei sich Rohöl im Monatsdurchschnitt um 10,6 % (in Euro: -11,4 %) verbilligte. Eine deutliche Preissteigerung konnte vornehmlich für die Rohstoffe der Gruppe der Nahrungs- und Genussmittel beobachtet werden. Der Index für Nahrungs- und Genussmittel stieg im Juni um 6,9 % (in Euro: +5,9 %). Der Anstieg bei den Industrierohstoffen fiel hingegen mit 1,8 % (in Euro: +0,9 %) weniger deutlich aus, wobei der Index der NE-Metalle um 1,6 % (in Euro: -2,5 %) sank. Die Preisbildung auf den Rohstoffmärkten erfolgte im Juni weiterhin unter großer Unsicherheit. Das für den 25. Juni 2019 geplante Treffen der OPEC+ wurde kurzfristig auf Anfang Juli verschoben, um die Ergebnisse des G20-Treffens in Osaka abzuwarten. Erneut verschärfte sich der Konflikt der USA mit dem Iran. Darüber hinaus belastete der Handelskonflikt zwischen China und den USA weiterhin die Preisbildung auf den Rohstoffmärkten. Der Index ohne Energie stieg im Juni um 3,5 % (in Euro: +2,5 %) gegenüber dem Vormonat und notiert bei 112,5 Punkten (in Euro: 110,6 Punkten).

Index für Energierohstoffe: -10,9 % (in Euro: -11,7 %)

Die Preise für Rohöl sind im Durchschnitt um -10,6 % (in Euro: -11,4 %) auf 59,85 US-Dollar (52,99 Euro) pro Barrel gefallen. Die Preise aller drei im Index vertretenen Rohölsorten fielen, wobei sich Rohöl aus dem Nahen Osten am deutlichsten verbilligte. Die geopolitische und -wirtschaftliche Unsicherheit bestimmte die Preisbildung auf den Rohölmärkten und führte im Juni zu sinkenden Preisen.

Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran führte nur kurzfristig zu leicht steigenden Preisen. Pessimistische Erwartungen an die Nachfrage aus Sorge um die Weltwirtschaft führten zu deutlich gesunkenen Rohölpreisen im Juni. Der monatliche Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Dubai aus dem Nahen Osten fiel um 11,5 % (in Euro: -12,3 %) gegenüber dem Vormonat. Am zweitstärksten sank der Preis für die europäische Rohölsorte Brent. Im Monatsdurchschnitt fiel Brent um -10,3 % (in Euro: -11,2 %). Am schwächsten verbilligte sich US-amerikanisches Rohöl. Die Sorte WTI fiel um 9,9% (in Euro: -10,8%).

Der durchschnittliche Preis für Erdgas fiel um 12,2 %. (in Euro: -13,1 %), wobei erneut besonders der Preis für europäisches Erdgas sank. Der Preis für europäisches Erdgas fiel im Monatsdurchschnitt um 15,4 % (in Euro: -16,1 %) und damit noch deutlicher als im Mai. Der anhaltende Krim-Konflikt belastet die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den USA und somit die Preisentwicklung in Europa. Bei einem globalen hohen Angebot und niedrigerer Nachfrage drängt US-amerikanisches Erdgas auf den europäischen Markt. Das US-amerikanische Erdgas verbilligte sich ebenfalls, jedoch lediglich um 10,2 % (in Euro: -11,1 %). Darüber hinaus sank der Preis für Kohle. Kohle verbilligte sich um 14,0 % (in Euro: -14,8 %). Im Juni fiel der Index für Energierohstoffe um 10,9 % (in Euro: -11,7 %) auf 109,0 Punkte (in Euro: 107,1 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +1,8 % (in Euro: +0,9 %)

Der Index für Industrierohstoffe untergliedert sich in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott. Der Index für Agrarische Rohstoffe stieg (in Euro: fiel) im Juni moderat um 0,4 % (in Euro: -0,5 %). Der Preis für Häute sank im Juni erneut, jedoch weniger kräftig als im Mai. Konkret verbilligten sich Tierhäute im Durchschnitt um 12,0 % (in Euro: -12,9 %).

Ethische Bedenken, diesen Rohstoff in der Textilproduktion zu verwerten, und eine sinkende chinesische Nachfrage aufgrund von Importzöllen belasten weiterhin die Nachfrageseite. Ebenfalls fielen die Preise für Baumwolle und Wolle. Die Preise beider Rohstoffe sanken um je 5,3 % (in Euro: -6,2 %). Der Index für NE-Metalle fiel um 1,6 % (in Euro: -2,5 %). Bis auf Blei fielen im Monatsdurchschnitt die Preise aller im Index vertretenen NE-Metalle. Eine steigende Förderleistung in China, hohe Lagerbestände und eine geringe Nachfrage ließ den Zinkpreis am stärksten fallen. Der Zinkpreis fiel um 5,3 % (in Euro: -6,1 %). Preis für Kupfer sank um 2,5 % (in Euro: -3,4 %). Nickel verbilligte sich um -0,2 % (in Euro: -1,1 %) und Zinn fiel um -1,9 % (in Euro: -2,8 %). Aluminium verbilligte sich um 1,1 % (in Euro: -2,0 %). Der Preis für Blei stieg um 4,1 % (in Euro: 3,1 %). Erneut stieg der Index für Eisenerz und Stahl-schrott, wobei der Anstieg mit 6,7 % (in Euro: +5,6 %) deutlicher als im Vormonat ausfiel. Der Index für Industrierohstoffe stieg im Juni um 1,8 % (in Euro: +0,9 %) auf 127,1 Punkte (in Euro: 125,0 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +6,9 % (in Euro: +5,9 %)

Im Juni konnten überwiegend steigende Preise für Nahrungs- und Genussmittel beobachtet werden. Den stärksten Preisanstieg verzeichnete Mais. Schlechte Witterung bei der Aussaat senken die Ernteerwartungen. Der Preis für Mais stieg um 15,1 % (in Euro: +14,0 %). Ebenfalls werden Verschlechterungen der Ernteergebnisse aufgrund von schlechten Wetterbedingungen bei Weizen erwartet.

Der Weizenpreis erhöhte sich um 10,8 % (in Euro: +9,8 %). Der Gerstenpreis stieg um 9,6 % (in Euro: +8,5 %). Ebenfalls stiegen die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot. Der Preis für Sojabohnen stieg um 7,6 % (in Euro: +6,6 %) und der Preis für Sojaschrot erhöhte sich um 7,0 % (in Euro: +6,0 %). Eine Erhöhung der Nachfrage und zu kaltes Wetter in dem Hauptanbaugebiet Brasilien ließen den Kaffeepreis um 7,3 % (in Euro: +6,3 %) steigen. Ebenfalls erhöhte sich der Zuckerpreis. Niedrige Lagerbestände und schwache Niederschläge in Indien belasten die Angebotsseite.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Nachfrage, da Brasilien die Produktion von Ethanol aus Zuckerrohr für Biokraftstoff weiterhin forciert. Zucker verteuerte sich um 5,4 % (in Euro: +4,4 %). Nachdem der Teepreis im Mai gestiegen war, fiel im Juni der Preis für Tee um 5,1 % (in Euro: -5,9 %). Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel um 6,9 % (in Euro: +5,9 %) auf 91,5 Punkte (in Euro: 89,9 Punkte).