Adidas: Probleme in der Produktion schwächen Umsatz

Adidas: Probleme in der Produktion schwächen Umsatz

Zu hohe Nachfrage führt zu Lieferproblemen

Sportartikelhersteller Adidas hat seine Umsatzzahlen für das Jahr 2018 auf der Bilanzpressekonferenz vorgestellt. Zwar konnte der Umsatz um fünf bis acht Prozent gesteigert werden (wechselkursbereinigt), doch Produktionsengpässe machten dem Konzern einen Strich durch die Rechnung. Währungsbereinigt stieg der Umsatz um acht Prozent auf knapp 22 Milliarden Euro.

Vor allem die Nachfrage im mittleren Preissegment war in den ersten sechs Monaten 2018 in Nordamerika so hoch, dass diese nicht vollständig bedient werden konnte. “Wir haben ein Lieferproblem, und wir sind darüber sehr unglücklich”, so Kasper Rorsted (CEO Adidas). Ohne die Engpässe wäre der Umsatz um ein bis zwei Prozentpunkte höher ausgefallen, das entspricht 200 bis 400 Millionen Euro. Die Adidas-Aktien gingen vor dem Start der Börse ins Minus.

Adidas rechnet mit Gewinn

Vorstandschef Kasper Rorsted nennt als Gründe das starke Wachstum in den USA. Obwohl der Großteil der Sportartikel in Asien gefertigt werden und China sich im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten befindet, habe das laut Rorsted nichts mit dem Produktionsengpass zu tun. Auch die Hauptkonkurrenten Nike und Puma scheinen bislang nicht unter dem Problem zu leiden, die Nachfrage nicht bedienen zu können.

Dennoch rechnet Adidas 2019 mit einem Gewinn von 1,95 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2018 waren es 1,88 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von zehn bis 14 Prozent. Der Konzern begründet dies mit erneut gesteigerten Margen.

Umsatzrückgang von sechs Prozent in Europa

Im Gegensatz zu vielen angeschlagenen Modeketten, wie Gerry Weber, Esprit, Miller & Monroe, scheint das Geschäft mit Sporttextilien gut zu laufen. “Das war mit Abstand das beste Jahr in der Geschichte von Adidas”, sagte Rorsted. Folglich sollen auch Anleger von dem guten Geschäft profitieren: Die Dividende soll auf 3,35 Euro je Aktie steigen.

Aber vor allem in Europa hat der Hersteller mit einigen Problemen zu kämpfen. Hier fiel der Umsatz im vierten Quartal um sechs Prozent. Immerhin erwirtschaftet Adidas rund ein Drittel des Umsatzes in Europa. Rorsted gibt sich aber zuversichtlich und will 2019 die Trendwende schaffen. Insgesamt erwartet er einen steigenden Umsatz für das laufende Jahr.