Arbeitgeberkommunikation: Mittelstand hat Nachholbedarf

Arbeitgeberkommunikation: Mittelstand hat Nachholbedarf

Studie der Universität Koblenz

Die digitale Arbeitgeberkommunikation im Mittelstand könnte besser sein. Zwar hat ein Großteil der Mittelständler das Potenzial von Digitalisierung erkannt und nutzt diese auch vereinzelt. Doch im Vergleich zu Konzernen, haben viele Unternehmen noch Nachholbedarf.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie „Arbeitgeber Mittelstand: Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung“. In der Studie wurden über 300 Unternehmen des Mittelstands, Familienunternehmen und Konzerne (weniger als 30.000 Mitarbeiter) zu den Themen Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting befragt.

Arbeitgeberkommunikation online ausbaufähig

Für die besten mittelständischen Unternehmen gab es lediglich die Schulnote „befriedigend“. Prof. Dr. Christoph Beck der Hochschule Koblenz, die die Studie erstellt hat, betont: „Der Mittelstand muss aus der Deckung kommen. Viele Mittelständler können mit ihrer Kultur und ihren Werten nämlich ausgezeichnet punkten. Das können potenzielle Arbeitnehmer jedoch nur dann erkennen, wenn diese authentisch und professionell über die richtigen Kanäle kommuniziert werden.“

Bedarf haben viele Unternehmen laut der Untersuchung in dem Bereich Social Media. Nur 17 Prozent der befragten Betriebe nutzen Facebook zur Arbeitgeberkommunikation, bei Instagram sind es sogar nur acht Prozent. Doch genau auf diesen Kanälen können nach den Ergebnissen junge Talente, wie Studierende und Absolventen, erreicht werden. 86 Prozent der befragten Studenten und Absolventen nutzen Facebook, 64 Prozent Instagram.

Dieses Potenzial haben Großkonzerne mit über 30.000 Mitarbeitern bereits erkannt und nutzen die Plattformen für Personalmarketingmaßnahmen. Doch es gibt auch im Mittelstand Unternehmen, die Maßnahmen, wie Social Media, Karrierewebsites und Onlinebewerbung nutzen.

Brose, Hansgrohe und Wieland überzeugen

Als „Gesamtsieger“ ging aus der Studie der Automobilzulieferer Brose hervor. Zur Arbeitgeberkommunikation nutzt das Unternehmen verschiedene Soziale Netzwerke und bietet auf seiner Karrierewebsite abwechslungsreichen Content.

Aber auch andere Mittelständler konnten die Macher der Studie mit ihren Karrierewebsites überzeugen, etwa das Familienunternehmen Hansgrohe oder die Wieland-Gruppe.

Auf der Website finden potenzielle Bewerber Informationen über aktuelle Ausbildungs- und Stellenangebote, gewähren Einblicke in den Alltag verschiedener Berufe und präsentieren spannende Events.