Logistikkosten senken

Logistikkosten senken

Achtung, Mautfalle! Spediteure rechnen oft falsch ab

Ein Kostentreiber bleibt in vielen Logistikabteilungen seit Jahren unentdeckt! Denn Spediteure rechnen die tatsächlichen Mautkosten oft falsch oder mehrfach bei Kunden ab. Sie begründen dies unter anderem mit Mauterhöhungen und der Ausweitung der Maut auf die Bundesstraßen. Für Auftraggeber ist dabei Vorsicht geboten. Erfahren Sie hier, warum und wie Sie Mauttabellen von Speditionen hinterfragen sollten, um Ihre Logistikkosten zu senken.

Vorweg: Die meisten Speditionen rechnen korrekt ab. Doch bei einigen Spediteuren müssen die Experten der unabhängigen Einkaufs- und Logistikkostenberatung Kloepfel Consulting teils Erschreckendes feststellen. Hierzu erklärt Sebastian Krings, Partner von Kloepfel Consulting: „Es gibt großartige Spediteure, mit denen wir und unsere Kunden gut und gerne zusammenarbeiten. Sie machen einen zuverlässigen Job und sind integer. Doch leider gibt es auch schwarze Schafe, denn immer wieder müssen wir feststellen, dass vereinzelte Speditionen die LKW-Maut bei ihren Kunden zu hoch abrechnen – teilweise absichtlich.“

Mauttabellen – ein Warnsignal

Als Berechnungsgrundlage der Mautgebühren legen Speditionen ihren Kunden häufig eigens erstellte Mauttabellen vor, welche mit der tatsächlichen Abrechnung an sie wenig zu tun haben. Das allein ist schon nicht mehr zeitgemäß und sollte aufhorchen lassen! Denn eigentlich wissen die Anbieter auf den Cent genau, wie viel Maut auf den jeweiligen Strecken anfällt und preisen diese ohne separate Ausweisung in die Frachtraten ein. Wird dennoch eine Mautpreisblatt ergänzend zur Frachtratenvereinbarung vorgelegt, kann das auf eine gestaffelte Pauschalabrechnung hindeuten – die mit den Realkosten der Mautbegleichung nichts mehr zu tun hat. In so einem Fall generiert der Lieferant intransparent Gewinne zulasten des Auftraggebers. Eine solche Tabelle kann bspw. so aussehen:

Errechnet man anhand der Angaben der Tabelle die durchschnittliche Mautforderung für eine Komplettladung pro gefahrenem Kilometer, beträgt diese bereits satte 37 Cents – und im Nahverkehr sogar unglaubliche 71 Cents! Hinzu kommt: Es können offensichtlich maximal 24-25 Tonnen transportiert werden – dennoch soll für gut die Hälfte (13 Tonnen) bereits der komplette Mautsatz bezahlt werden!

Doch nicht nur bei der Gewichts-, auch bei der Streckenstaffelung gibt es saftige Pauschalaufschläge: So wird für eine Strecke von 405 Kilometern der gleiche pauschale Mautsatz wie für eine Strecke von 495 Kilometern berechnet. Hinzu kommt, dass die tatsächlichen Mautkosten in jedem Fall viel niedriger sind. Wie genau diese aussehen, verrät ein Blick in die Kostenaufstellung vom Mautbetreiber Toll Collect.

Quelle: www.toll-collect.de

So fällt für einen in der Praxis häufig verwendeten LKW der Schadstoffklasse Euro 6 mit vier Achsen und einer Gewichtsklasse >18 t eine Mautgebühr in Höhe von gerade mal 18,7 Cent/km an im Gegensatz zu dem im obigen Beispiel geforderten 37 Cents.

Vorsicht: Mautanteil entspricht nicht immer dem Frachtanteil

Ein weiteres Beispiel für die Übervorteilung durch Mauttabellen: Die Festlegung des Mautanteils in keiner oder ungerechtfertigter Relation zum Frachtanteil. Fakt ist: Für TollCollect spielt das letztliche Ladegewicht des Fahrzeugs keine Rolle. Will der Frachtanbieter fair abrechnen, muss er also die Maut anhand des tatsächlichen Anteils des Kundenauftrags an der Gesamtladung (FTL = Full Truck Load) berechnen. Stattdessen kann es durch die gestaffelte Pauschalabrechnung dazu kommen, dass sogar gleich mehrere Kunden die gesamten Mautkosten übernehmen – als ob jeder der Anteile einer Gesamtladung entspräche. Zahlen dann bspw. sogar vier Auftragsparteien mit je 25 Prozent Ladeanteil jeweils 50-100 Prozent der tatsächlichen Mautgebühren, rechnet sich das natürlich – allerdings nur für den Spediteur!

Die Komplexität von Logistik-Kosten

Im Vergleich zu ausländischen Mauteinführungen war unser Beispiel noch simpel – dort ergeben sich durch höhere Komplexität noch viel größere Potenziale für Transportdienstleister, ungerechtfertigt bei ihren Kunden abzukassieren. Doch Einkäufern fehlt oft die Zeit und teilweise das Knowhow, um Preisankündigungen und die zugrundeliegenden Kalkulationen der Speditionen transparent zu machen und zu analysieren.

Als unabhängiger Berater bricht Kloepfel Consulting die Preisvereinbarungen und Rechnungen der Speditionen runter und will genau wissen, wie sich Stückgut, Teilpartie- und Komplettladungstarife preislich erklären und zusammensetzen. So können sie gegenüber den Speditionen exakt auf den Cent nachweisen, wie sich die tatsächlichen Logistikkosten zusammensetzen – und was sie eigentlich kosten dürften. Die gute Nachricht: „In der Regel passen die Anbieter ihre Preise daraufhin im Rahmen von einer durch Kloepfel Consulting durchgeführten Direktverhandlung ohne großen Widerspruch an“, sagt Sebastian Krings.

Fazit

Wenn Ihnen Mauttabellen vorgelegt werden, hinterfragen Sie diese: Welche Strecke wird tatsächlich mautpflichtig zurückgelegt? Mit welchem LKW-Typ und welchem Anteil meiner Ladung? Melden Sie sich gerne unverbindlich bei uns, wenn Ihnen die Zeit, Manpower und das Knowhow fehlt, Ihre wahren Logistikkosten aufzuschlüsseln, um Kosten zu senken.

Kontakt:

Christopher Willson
Tel.: 0211 875 45323
Mail: rendite@kloepfel-consulting.com