Frischzellenkur fürs Beschaffungsnetzwerk

Frischzellenkur fürs Beschaffungsnetzwerk

Neue Chancen durch einen Lieferantenwechsel

Seit Corona verläuft die globale Beschaffungsentwicklung im Zeitraffer – dabei lohnt es sich, Einkaufsbeziehungen laufend zu überprüfen. Gerade aktuell kann ein Lieferantenwechsel große Rendite-Chancen bergen. Welche Vorteile ein Wechsel bringt und was für Herausforderungen zu beachten bleiben, erfahren Sie in diesem Artikel.

Lage am Beschaffungsmarkt: Neuer Spielraum für Einkäufer

Das Virus hat die Weltwirtschaft durcheinandergebracht. Ware der Lieferanten wird teilweise gar nicht mehr abgenommen. Die Unsicherheit führt häufig zu geringerer Order mit Auswirkungen bis weit in das nächste und übernächste Jahr. So haben sich Kräfte verschoben und Einkäufer haben mehr Handlungsspielraum für Verhandlungen mit Lieferanten.

 

Gründe für einen Lieferantenwechsel

Häufig sind die Gründe für einen Lieferantenwechsel durch die Produkt-Technologie des Kunden geprägt. Kundenseitige Innovationen führen zu Spezifikationsänderungen der Ware, die der Lieferanten beziehen muss. Das heißt, dass technische Zeichnungen und Datenblätter angepasst werden müssen. Dazu braucht es auch die entsprechende fachliche Kompetenz beim Lieferanten.

Andere Anlässe sind Auslastung und verringerte Mengen: Die aktuell schwierige Auftragslage bewirkt eventuell eine geringere Auslastung im eigenen Betrieb und zwingt zu einer neuen Mengenplanung.

Selbstverständlich hat die Festlegung der Mengen auch einen Einfluss auf die Auswahl eines Lieferanten. Dieser muss sie im Bestfall wie gewünscht erfüllen können. Braucht man eher einen Lieferanten für große Stückzahlen oder einen für kleinere Mengen? Entsprechend stark steht die wirtschaftliche Losgröße im Vordergrund. Daher stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie das Unternehmen des Lieferanten aufgestellt ist: Welche Losgröße kann der Lieferant am wirtschaftlichsten produzieren – und passt die Losgröße eines anderen vielleicht besser?

Insgesamt gibt es verschiedenste Parameter, die in der jetzigen Situation ein Auslöser für einen Lieferantenwechsel sein können.

Bei Lieferanten, die die letzten Jahre extrem hohe Auftragsbestände hatten, lässt sich zudem feststellen: Viele dieser Unternehmen haben das Verkaufen verlernt. Diese Lieferanten wissen nicht mehr, was am Markt los ist. So kennen sie auch für sie interessante Neukunden nicht und bräuchten eigentlich Vermittler. Ebenso sind ihnen innovative Entwicklungen entgangen. Denn sie beschäftigten sich jahrelang nur mit der Optimierung der eigenen Marge.

Lieferantenwechsel: Die Vorteile

Prinzipiell sollten durch einen Lieferantenwechsel selbstverständlich geringere Kosten erzielt werden können. Dabei geht es nicht nur um den Stückpreis, sondern um eine TCO-Betrachtung – Total Cost of Ownership bedeutet, die Gesamtkosten von Investitionsgütern in den Blick zu nehmen.

Neben den niedrigeren Kosten können weitere Vorteile wie zuverlässigere Versorgung, bessere Qualität und das Thema Social Responsibility eine Rolle spielen. Soziale und ökologischer Aspekte zu berücksichtigen, wird angesichts absehbarer Entwicklungen in der deutschen Gesetzeslage wohlmöglich bald sogar zwingend werden.

Falls man einen Lieferanten findet, der näher an den eigenen Abnahmestellen sitzt, kann dies einerseits zu weniger Kosten führen und sich andererseits günstig auf das Thema CO2-Thematik auswirken. Durch die Corona-Krise ist es in der Nachhaltigkeitsdebatte zwar ruhiger geworden, aber es ist davon auszugehen, dass das Thema wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Daher kann es für ein Unternehmen sinnvoll sein, sich bei einem Lieferantenwechsel sich seinen Global Footprint, also den ökologischen Fußabdruck, anzusehen und zu fragen: „Wo wird eingekauft? Wie viele Kilometer sind die Waren unterwegs? Ist das wirklich notwendig?“ Eventuell kann durch einen Wechsel zu einer kürzeren Lieferstrecke das ein oder andere CO2-Ziel erreicht werden. So kann das jeweilige Unternehmen CO2-Emissionen verringern – allein durch den Lieferantenwechsel.

Herausforderung: Prozesse, Daten, Zuverlässigkeit

Was gibt es bei einem Lieferantenwechsel zu beachten? Natürlich gibt es einige Herausforderungen, die aber nicht entmutigen sollten. Um zu wissen, ob ein Lieferant zum Unternehmen passt, braucht es zunächst einen Überblick zu den eigenen Voraussetzungen.

Die größte Herausforderung sind hier die eigenen Einkaufsprozesse. Sie gilt es, gleich zu Beginn neu zu hinterfragen. Wie wird etwa die Lieferantenfreigabe vollzogen? Dazu gehört auch die entsprechende Qualifizierung der Lieferanten. Wer gibt die Ware letztlich frei? Der Einkauf sollte ein genaues Prozedere festlegen, wie ein neuer Lieferant geprüft und freigegeben wird.

Eine große Bedeutung hat daher die eigene Datenverwaltung. Wie gut sind die Daten? Gute Daten dienen einer ordentlichen Analyse und Vorschau. Das ist also eng mit der Mengenplanung verbunden.

Wie mit Freunden ist auch mit Lieferanten eine ehrliche Kommunikation zu führen. Diese sollte transparent und klar sein. Das ist besonders beim Ausblick auf das zukünftige gemeinsame Geschäft wichtig, schließlich bietet man dem Lieferanten eine neue Geschäftsmöglichkeit. Hier können klare Absprachen überhöhte Erwartungen vermeiden, die vielleicht nicht erfüllt werden können. Grundsätzlich ist Offenheit eine gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass Prozesse, Daten und Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen.

Auf Erfolg setzen: Hilfreiche Partner

Starke Partner wie Kloepfel Consulting können einem helfen, die Herausforderungen zu bewältigen – und sämtliche Vorteile zu nutzen.

So schont man auch die eigene Mitarbeiterkapazität, die eventuell für ein umfassendes Projekt gar nicht ausreicht. Externe Hilfe versetzt Unternehmen in die Lage, einen Wechsel in einem sinnvollen und überschaubaren Zeitraum durchzuführen, ohne das Tagesgeschäft einzuschränken. Insgesamt kann der Einsatz einer kompetenten Beratungsgesellschaft hier sehr hilfreich sein.

Voraussetzungen eines starken Partners

Dabei gilt es ein paar grundlegende Voraussetzungen zu beachten: Am wichtigsten ist entsprechendes Knowhow, das heißt Marktkenntnisse und das Wissen über die Abläufe bei einem Lieferantenwechsel. Hier steht ganz oben die Routine im Identifizieren, Auditieren und Qualifizieren von neuen Lieferanten.

Ungemein hilfreich ist die Erfahrung bei der Marktrecherche. Ein kompetenter Partner wie Kloepfel Consulting hat Kenntnisse vieler Details im Beschaffungsmarkt. So kann er komplette Listen mit Lieferanten für gewünschte Warengruppen erstellen.

Die Berater von Kloepfel Consulting kennen die Welt und viele wichtige Lieferanten. So kann auch der Einkauf in fremden Ländern gestartet werden und kulturelle Unterschiede werden berücksichtigt, denn die Berater sprechen die lokale Sprache. Das vereinfacht die Kommunikation und stärkt die Abläufe.

Insgesamt kann ein externer Partner die Erfolgschancen besser beurteilen und dabei helfen, diese zu verwirklichen.

Fazit

Es lohnt sich, einen Lieferantenwechsel konkret zu prüfen und gegebenenfalls in die Wege zu leiten. Ein regelmäßiger Wechsel der Lieferanten hält die positive Spannung in der Beziehung zwischen Lieferanten und Kunden aufrecht. Haben Bestandslieferanten hingegen ein zu hohes Sicherheitsgefühl, droht der Kunde ausgenutzt zu werden. Zu zeigen, dass Lieferanten nicht alternativlos sind, schafft hier Abhilfe.

Abschließend kann festgehalten werden: Der Einkauf sollte immer mit offenen Augen am Markt sein und sich nicht scheuen, regelmäßig „frisches Blut“ in seine Lieferantenlandschaft zu bringen. Bei den einzelnen Schritten eines Lieferantenwechsels können externe Partner kompetent beraten und die Erfolgschancen deutlich erhöhen.

Autor: Thomas Wandler, Senior Partner Kloepfel Consulting

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