Wirtschaftliche Lage Deutschlands im August 2021

Wirtschaftliche Lage Deutschlands im August 2021
  • Im zweiten Quartal 2021 kam es laut erster Meldung des Statistischen Bundesamtes zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,5 %.1 Am aktuellen Rand zeichnet sich eine Zweiteilung der deutschen Konjunktur ab: Während die Dienstleistungsbereiche weiter von den Lockerungen der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen profitieren, wird die Industriekonjunktur durch bestehende Lieferengpässe belastet. Die positive Grunddynamik der Gesamtkonjunktur besteht jedoch weiter fort und treibt die wirtschaftliche Erholung voran.
  • Die Produktion in der Industrie war im Juni erneut rückläufig, vor allem aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleitern in der Automobilindustrie. Im Baugewerbe ging die Bremswirkung von einer Knappheit von Bauholz aus, die allerdings bald überwunden sein dürfte. Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt bleibt angesichts einer nach wie vor hohen Nachfrage verhalten optimistisch. Auch die Exportaussichten werden von den Unternehmen weiterhin sehr positiv eingeschätzt.
  • Die Umsätze im Einzelhandel haben sich im Juni weiter erhöht. Der Ausblick auf die kommenden Monate trübte sich hingegen angesichts des aktuell wieder zunehmenden Infektionsgeschehens leicht ein.
  • Die Inflationsrate erhöhte sich von Juni auf Juli sprunghaft. Maßgeblich war ein Basiseffekt aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor. Schon seit Jahresbeginn war die Inflationsrate aufgrund von weiteren Sonderfaktoren (Rohstoffpreise, CO2-Bepreisung) deutlich gestiegen. Zu Beginn des Jahres 2022 dürfte sich die Inflationsrate nach Auslaufen der Sondereffekte aber wieder deutlich verringern.
  • Die positive Dynamik am Arbeitsmarkt nach der dritten Pandemiewelle dauert an. Die Arbeitslosigkeit ging im Juli saisonbereinigt kräftig zurück, die Erwerbstätigkeit nahm im Juni saisonbereinigt erneut zu. Auch die Kurzarbeit hat sich im Mai weiter verringert, für Juni ist mit einem weiteren deutlichen Rückgang zu rechnen.
  • Trotz der seit Mai wieder vollständig geltenden Anzeigepflicht ist weiterhin keine Insolvenzwelle erkennbar. Im Sommer ist die Zahl der Regelinsolvenzen sogar leicht zurückgegangen. Im weiteren Jahresverlauf ist ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen nach wie vor nicht auszuschließen, allerdings dürfte dieser – wenn überhaupt – wohl sehr moderat ausfallen.

1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 30. Juli 2021. In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 12. August 2021 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.

WIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG SETZT SICH TROTZ BELASTUNG DER INDUSTRIEKONJUNKTUR DURCH LIEFERENGPÄSSE FORT

Zweigeteilte Entwicklung der deutschen Konjunktur: Die Dienstleistungsbereiche profitieren weiterhin von einer gemäßigten pandemischen Lage. In der Industrie kam es derweil im dritten Monat in Folge zu einem Produktionsrückgang, maßgeblich getrieben durch die bereits seit einiger Zeit bestehenden Lieferengpässe bei Vorprodukten. Insgesamt setzt die deutsche Wirtschaft ihren Erholungskurs aber weiter fort. Im Produzierenden Gewerbe sind insbesondere die Automobilbranche und das Baugewerbe von Lieferengpässen betroffen. Während sich die Knappheit beim Bauholz bereits etwas entspannt, ist aber bei anderen Baustoffen und bei den für die Automobilbranche wichtigen Halbleitern weiter mit Engpässen zu rechnen. Damit liegen die Gründe für die zuletzt nochmals rückläufige Produktion im Produzieren Gewerbe weiterhin auf der Angebotsseite und resultieren keineswegs aus einer schwachen Nachfrage. Dies zeigt sich deutlich in der Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, die nach einer kurzen Verschnaufpause im Mai zuletzt im Juni wieder deutlich gestiegen sind und damit den Aufwärtstrend seit Beginn des Jahres weiterführen. Die deutschen Warenausfuhren legten im Juni im nun vierzehnten Monat in Folge zu und erreichten bereits im März ihr Vorkrisenniveau (durchschnittlicher Wert im vierten Quartal 2019), das mittlerweile deutlich übertroffen wird. Auch die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist weiterhin sehr gut, ihre Erwartungen haben sich im Juli auf hohem Niveau stabilisiert. Ähnlich verhält es sich mit der globalen Industrieproduktion und dem Welthandel, die im Mai zwar leicht zurückgingen, sich aber auf hohem Niveau halten konnten. Die im Juni begonnene Erholung des Dienstleistungssektors setzt sich fort und führte zu einer weiteren deutlichen Verbesserung der Lageeinschätzung in nahezu allen Einzelbereichen. Die Einzelhandelsumsätze legten im Juni kräftig zu und das GfK Konsumklima verharrte im Juli auf dem Niveau des Vormonats. Diese positiven Entwicklungen spiegeln sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Die Arbeitslosigkeit nahm erneut ab und auch die Kurzarbeit wurde weiter zurückgefahren. Nach erster Meldung des Statistischen Bundesamts haben diese Entwicklungen insgesamt zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal um 1,5 % geführt. Im laufenden dritten Quartal dürfte sich die wirtschaftliche Erholung sogar weiter verstärken. Die Gefahr aufkommender neuer Virusmutationen und ihr Einfluss auf das Infektionsgeschehen stellt allerdings nach wie vor die größte Unwägbarkeit für den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung dar.

WELTWIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG SETZT SICH FORT, VERLANGSAMT SICH ZUR JAHRESMITTE ABER

Der Aufschwung der Weltkonjunktur verlief zuletzt gedämpft. Die globale Industrieproduktion wurde im Mai um 1,1 % gegenüber dem Vormonat gedrosselt. Damit fällt der weltweite Ausstoß zwar auf den Stand zu Jahresbeginn zurück, liegt aber noch deutlich oberhalb des Vorkrisenniveaus. Das Welthandelsvolumen gab im Mai mit 0,3 % zum zweiten Mal in Folge bei hohem Ausgangsniveau leicht nach. Die Stimmungsindikatoren haben sich ebenfalls etwas verschlechtert. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit sank im Juli um 0,9 Punkte auf 55,7 Punkte, bewegt sich somit jedoch merklich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Stimmung in der Industrie gab zuletzt trotz teils anhaltender Knappheit bei wichtigen Vorleistungsgütern nur leicht nach (55,4 Punkte), während sich die Dienstleister vermutlich vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus deutlich verhaltener geäußert haben als zuvor (56,3 Punkte). Trotz der Eintrübung am aktuellen Rand zeichnet sich angesichts deutlicher Steigerungen der wirtschaftlichen Aktivität in großen Volkswirtschaften wie China, den Vereinigten Staaten und der EU für das zweite Quartal 2021 eine weitere Steigerung des globalen Wirtschaftsleistung ab. Zuvor hatte das Welt-BIP trotz deutlicher Erholung sein Vorkrisenniveau noch knapp unterschritten.

EXPORTE VERRINGERN SICH LEICHT, IMPORTE FOLGEN IHREM AUFWÄRTSTREND

Der deutsche Außenhandel verlor zuletzt an Schwung. Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte ging im Juni gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt und nominal um 0,4 % zurück (Mai: +0,8 %, aufwärts revidiert). Ausschlaggebend war ein Minus im Dienstleistungsbereich. Für das zweite Quartal ergab sich allerdings noch deutliche eine Erhöhung um 2,6 %. Die Importe nahmen immerhin um 1,2 % zu, nachdem sie im Mai um kräftige 3,7 % (ebenfalls aufwärts revidiert) gewachsen waren. Im Quartalsvergleich legten die Importe um beachtliche 6,9 % zu.

Auf nationaler Ebene schlägt sich die leichte Dämpfung der globalen konjunkturellen Erholung auch auf die Frühindikatoren zur Außenwirtschaft nieder. Die Auftragseingänge aus dem Ausland verzeichneten im Juni gegenüber dem Vormonat lediglich eine Zunahme um 0,4 %, nachdem sie im Mai um 6,0 % zurückgegangen waren. Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe fielen im Juli etwas zurückhaltender aus als zuvor, sind aber immer noch deutlich überdurchschnittlich. Trotz dieser Atempause bleibt der Ausblick für den deutschen Außenhandel positiv. Rückenwind gibt vor allem die gute Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten wie Asien und den Vereinigten Staaten.

INDUSTRIEKONJUNKTUR: VERHALTEN OPTIMISTISCH TROTZ DÄMPFER IM ZWEITEN QUARTAL

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im Juni gegenüber dem Vormonat erneut um 1,3 % verringert. Die Herstellung in der Industrie sank leicht um 0,9 %, nach einem Rückgang um 0,7 % im Mai bzw. 0,4 % im April. Die Produktion im Baugewerbe verzeichnete ein Minus von 2,6 %, liegt aber immer noch auf hohem Niveau.

Im Quartalsvergleich nahm die Produktion im Produzierenden Gewerbe im zweiten Quartal gegenüber dem ersten leicht um 0,6 % ab. Während der Ausstoß in der Industrie um 1,3 % zurückging, folgte beim Baugewerbe dem schwachen ersten Quartal ein Anstieg um 2,4 % im zweiten Quartal. Innerhalb der Industrie meldete der gewichtige Bereich Kfz/Kfz-Teile erneut ein deutliches Minus von 11,2 % gegenüber Vorquartal. Die Produktion im ähnlich gewichtigen Maschinenbau lag 1,3 % unter dem Niveau des ersten Quartals.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich im Juni gegenüber dem Vormonat um 4,1 % erhöht. Im Quartalsvergleich stiegen die Ordereingänge im zweiten Quartal gegenüber dem ersten um 2,8 %. Nach dem Rückgang der Auftragseingänge im Mai (-3,2 %) setzt die Nachfrage im Juni ihren seit Jahresbeginn anhaltenden Aufwärtstrend weiter fort. Ausschlaggebend war hierbei eine starke Zunahme der Aufträge aus dem Inland, die von kräftigen Wachstumsbeiträgen in den Bereichen EDV und Optik sowie Sonstiger Fahrzeugbau geprägt war. Auch in den Bereichen Kfz und Maschinenbau stiegen die Auftragseingänge, während im Ausland ein Orderplus aus dem Euroraum (+1,3 %) einen leichten Rückgang der Aufträge aus dem Nicht-Euroraum ( 0,2 %) kompensieren konnte.

Nach der Seitwärtsbewegung im ersten Quartal ist es im zweiten Quartal zu einem Rückgang der Industrieproduktion gekommen. Maßgeblich waren Lieferengpässe bei Halbleitern vor allem im Automobilbereich, die auch aktuell noch Probleme bereiten. Im Baugewerbe ging die Bremswirkung von einer Knappheit von Bauholz aus, die allerdings bald überwunden sein dürfte. Ohnehin liegt der Ausstoß im Baugewerbe weiter auf hohem Niveau. Der Ausblick für die Industriekonjunktur insgesamt bleibt angesichts einer nach wie vor hohen Nachfrage verhalten optimistisch. Während sich die Lageeinschätzung im ifo Geschäftsklimaindex aufgrund der weitreichenden Öffnungen infolge niedriger Infektionszahlen weiter verbesserte, fiel der Ausblick auf die nächsten sechs Monate pessimistischer aus. Indes werden die Exportaussichten von den Unternehmen weiterhin positiv eingeschätzt.

IM EINZELHANDEL VERBESSERT SICH ZWAR DIE LAGE, DER AUSBLICK TRÜBT SICH ABER LEICHT EIN

Zuletzt legten die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz weiter zu. Sie sind im Juni gegenüber dem Vormonat um 4,5 % gestiegen, nachdem sie bereits im Mai wieder um 4,6 % zugenommen hatten. Maßgeblich für die positive Entwicklung dürften der in diesen Monaten günstigere Pandemieverlauf und die damit einhergehenden Lockerungen gewesen sein. Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln verzeichnete zuletzt wieder ein deutliches Umsatzplus von 8,7 %. Einen besonders kräftigen Zuwachs meldete dabei erneut der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (+77,3 %); hier wurde das Niveau vom Februar 2020, dem letzten Monat vor der Corona-Krise, erstmals wieder überschritten (+5,1 %). Der Einzelhandel mit Lebensmitteln setzte im Juni 2021 4,6 % mehr als im Vormonat ab. Im Internet- und Versandhandel kam es indes zu einem Umsatzrückgang um 8,4 %, das Vorkrisenniveau wurde jedoch weiterhin deutlich übertroffen (+37,0 %). Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter nahmen im Juli erneut leicht zu (+2,4 %). Von den hohen Verkaufszahlen des zweiten Halbjahres 2020, als die Umsatzsteuersätze vorübergehend gesenkt worden waren, sind die Zulassungszahlen einerseits immer noch deutlich entfernt, aber andererseits liegen die Neuzulassungen auch spürbar über dem Niveau zum Tiefpunkt der Krise im April 2020.

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel fielen im Juli per Saldo wieder leicht negativ aus, nachdem sie zuvor erstmals seit längerem im positiven Bereich gelegen hatten. Nach einer deutlichen Verbesserung im Juli wird für das GfK Konsumklima im August eine Stagnation erwartet. Als Gründe werden wieder steigende Infektionszahlen und eine nachlassende Dynamik beim Impfen genannt.

Das Verbraucherpreisniveau nahm im Juli gegenüber dem Vormonat spürbar um 0,9 % zu, nach einer Steigerungsrate von 0,4 % im Juni. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, stieg im Juli um 1,5 Prozentpunkte auf 3,8 % an. Ausschlaggebend für diese sprunghafte Zunahme zur Jahresmitte ist ein Basiseffekt aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor. Im zweiten Halbjahr 2020 lag die Inflationsrate deswegen fast durchweg im negativen Bereich. Nun kommt es im Gegenzug dazu, dass die aktuellen Verbraucherpreise mit den „normalen“ Umsatzsteuersätzen mit denjenigen vor einem Jahr mit verminderten Umsatzsteuersätzen verglichen werden. Auch bereits in den ersten Monaten des Jahres waren ein deutlicher Anstieg der Inflationsrate zu beobachten. Maßgebliche Gründe hierfür waren die Erholung der Import- und Rohstoffpreise sowie die Einführung der CO2-Bepreisung für den Bereich Verkehr und Gebäudeheizung. Nach Auslaufen der Sondereffekte dürfte sich der Auftrieb des Verbraucherpreisniveaus zum Jahreswechsel – gemessen am Vorjahresvergleich – wieder deutlich abschwächen. Eine nachhaltige Erhöhung der Teuerungsrate ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, denn aktuell sind keine Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale zu beobachten, die zu dauerhaft hoher Inflation führen kann. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) erhöhte sich im Juli ebenfalls merklich auf +2,7 % (Juni: +1,7 %). Energie verteuerte sich zuletzt binnen Jahresfrist kräftig um 11,6 % (Juni: +9,4 %).

DIE POSITIVE ENTWICKLUNG AM ARBEITSMARKT HÄLT AN

Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Juli in hervorragender Verfassung, auch die Aussichten für die kommenden Monaten sind positiv. Mit den erfolgten schrittweisen Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus lässt der Arbeitsmarkt die dritte Pandemiewelle zunehmend hinter sich. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung nahmen im Juli saisonbereinigt kräftig um 91.000 Personen bzw. 60.000 Personen ab. Nach den Ursprungszahlen sank die Arbeitslosigkeit um 24.000 auf 2,59 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahr waren 320.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Die Erwerbstätigkeit nahm im Juni saisonbereinigt erneut kräftig um 76.000 Personen zu und lag damit deutlich über Vorjahresniveau (+162.000 Personen). Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor hoch: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im Mai saisonbereinigt um 31.000 Personen erneut an. In Kurzarbeit waren im Mai laut Hochrechnung 2,2 Mio. Personen und damit spürbar weniger als im April (2,5 Mio. Personen). Die Anzeigen für Kurzarbeit deuten auf ein weiteres Zurückfahren der Kurzarbeit hin. Die umfragebasierten Frühindikatoren von IAB und ifo gaben im Juli zwar leicht nach, liegen aber immer noch auf sehr hohem Stand. Im Dienstleistungsbereich erhielt die Einstellungsbereitschaft nach einem sehr guten Vormonat einen Dämpfer. In der Industrie nahm die Einstellungsbereitschaft hingegen sprunghaft zu. Der Handel bleibt ebenfalls optimistisch.

TROTZ ANZEIGEPFLICHT KEINE INSOLVENZWELLE

Im Sommer ging die Zahl der Insolvenzen leicht zurück. Auf Basis von Insolvenzbekanntmachungen meldete das Statistische Bundesamt bei den Regelinsolvenzen für Juni und Juli einen Rückgang von 2,1 % bzw. 0,1 % gegenüber dem Vormonat. Das Insolvenzgeschehen bleibt damit weiterhin ruhig; lediglich im ersten Quartal war wegen der Verkürzung der Restschuldbefreiung ein vorübergehender Anstieg der Insolvenzdynamik zu verzeichnen. Die Unternehmensinsolvenzen sind im Mai um 16 % zurückgegangen und liegen damit weiterhin deutlich unter Vorjahrsniveau (-26 %). Insgesamt ist ein leichter Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im weiteren Jahresverlauf nach wie vor nicht auszuschließen, allerdings dürfte dieser – wenn überhaupt – sehr moderat ausfallen.

Weitere Informationen

Quelle: www.bmwi.de