DIHK erwartet drastischen Rückgang der Industrienachfrage

DIHK erwartet drastischen Rückgang der Industrienachfrage

Ergebnisse einer DIHK-Umfrage

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat Anfang Mai eine Sonderumfrage unter Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern des verarbeitenden Gewerbes durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse rechnet der DIHK in diesem Jahr mit einem Absinken des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mindestens zehn Prozent.

In seiner Pressemitteilung schreibt der DIHK, dass die hiesige Industrie in der Corona-Krise mit einem dramatischen Nachfragerückgang kämpft. So sind fast 75 Prozent der vom DIHK befragten Industrieunternehmen aktuell von einer sinkenden Nachfrage betroffen.

Zu den Ergebnissen der Studie sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Die globale Corona-Pandemie trifft unseren Industriestandort Deutschland mitten ins Herz.“ Ebenfalls weist er darauf hin, dass mehr als jeder zweite Industriebetrieb einen Rückgang seines Eigenkapitals meldet. Inzwischen sind nach Aussage des DIHK-Präsidenten im Industriesektor fast 25 Prozent der Unternehmen von Liquiditätsengpässen betroffen, teilweise sogar sehr akut.

Nun reduzieren viele Firmen ihre Investitionen und fangen an, ihre Lieferketten auf regionale und europäische Lieferanten hin zu verlegen.

Reorganisation der Lieferketten

Nach dem Bericht des DIHK haben die exportorientierten Industriebetriebe vor allem Probleme mit Liefer- und Produktionsausfällen in anderen Weltregionen. Entsprechend berichtet jedes vierte Unternehmen von fehlenden Waren und Dienstleistungen in der Wertschöpfungskette sowie logistischen Engpässen. Als Erklärung dazu gibt der DIHK an, dass viele Lieferketten durch die Eindämmung der Corona-Pandemie gestört wurden. Beispielsweise werden in seinem Bericht verhinderte Warentransporte durch Grenzschließungen oder internationale Produktionsausfälle durch das Fehlen von Vorprodukten genannt.

In der Folge sind 17 Prozent der Industriebetriebe an anderen oder zusätzlichen Lieferanten interessiert. Hierfür wird ein großer Schwerpunkt auf Deutschland (87 Prozent) und andere EU-Länder (59 Prozent) gelegt. Der DIHK geht davon aus, dass es zumindest kurzfristig zu einer stärkeren Regionalisierung und Europäisierung von Lieferketten kommt. Die Ergebnisse der Umfrage weisen auf eine Ausdehnung der Lieferketten in sichere Märkte und auf eine regionale Diversifizierung hin; parallel dazu wird eine globale Arbeitsteilung allerdings weiterhin bestehen bleiben.

Zur derzeitigen Entwicklung, nicht nur bezüglich der Lieferketten, sagt Eric Schweitzer: „Der Weltmarkt wird gerade wieder neu verteilt.“

Quelle: www.kloepfel-consulting.com