Clariant baut Fabrik in Rumänien

Clariant baut Fabrik in Rumänien

Produktionsanlage für Zellulose-Ethanol

Das im Schweizer Muttenz ansässige Spezialchemieunternehmen baut in Podari im Südwesten Rumäniens eine Produktionsanlage für Zellulose-Ethanol.
Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, mache der Bau gute Fortschritte. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant.

Über die Bauentwicklung sagte Hans Bohnen, Chief Operating Officer von Clariant: „Es ist wirklich eindrucksvoll, zu sehen, wie unser Projektteam sowie alle Partner vor Ort es geschafft haben, dieses wichtige Bauprojekt am Laufen zu halten und gleichzeitig die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten während der COVID-19-Pandemie zu gewährleisten.“

40 Millionen Euro Fördermittel der Europäischen Union

Die Fabrik entsteht auf einem 10 Hektar großen Areal. Clariant weist darauf hin, dass an dem Standort im Südwesten der Zugang zu lokalen Rohstofflieferungen gesichert sei. Ebenso sei ein zusätzlicher Nutzen dank der vorhandenen logistischen und industriellen Infrastruktur in der Region gegeben.

Nach der Inbetriebnahme der Fabrik hat Clariant vor, dort jährlich ungefähr 250.000 Tonnen Stroh zu 50.000 Tonnen Zellulose-Ethanol zu verarbeiten. Langfristig wird das Unternehmen bis zu 100 Mitarbeiter direkt in der Anlage beschäftigen. 300 weitere Arbeitsstellen sollen außerdem in angeschlossenen Bereichen entstehen, zum Beispiel bei der Gewinnung, Lagerung und dem Transport von Rohstoffen.

Nachhaltiger Biokraftstoff

Wie Hans Bohnen erklärte, solle die Produktionsanlage nach ihrer Fertigstellung ein Eckpfeiler der Transformation von Clariant zu einem führenden Spezialchemieunternehmen und ein weiterer Beweis des Engagements für Innovation und Nachhaltigkeit sein.

Laut Clariant handelt es sich bei dem Zellulose-Ethanol um einen fortschrittlichen, nachhaltigen und CO2-neutralen Biokraftstoff. Er könne leicht mit herkömmlichem Kraftstoff gemischt in der heutigen Verkehrsinfrastruktur verwendet werden.

Das angewendete Produktionsverfahren nennt Clariant Sunliquid. Zur Erklärung schreibt der Chemiekonzern auf seiner Website Folgendes: „In einem neu entwickelten biotechnischen energieautarken Verfahren hat Clariant es geschafft, die schwer zugänglichen Zucker in Stroh und anderen Pflanzenreststoffen effizient und kostengünstig in Biokraftstoff umzuwandeln.“ Es gibt schon eine vorkommerzielle Produktionsanlage in Straubing in Deutschland. Dort werden teilweise auch die Mitarbeiter für die neue Fabrik in Rumänien ausgebildet.

Quelle: www.kloepfel-consulting.com